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Norbert Kinzel

49 Jahre dieselbe Telefonnummer, schon der Vater war auf der Werft und eine hohe Identifikation auch dank Kulturangebot und Betriebssport, aber auch Zeiten voller Sorgen und Ängste. Über alle Insolvenzen hinweg war Norbert Kinzel für die Datenverarbeitung auf der Werft tätig. 

Nach der Wiedervereinigung und Privatisierung zog das Rechenzentrum aus dem Reparatursektor auf der linken Seite des Rügendamms ins Werfthochhaus. Schlagartig offenbarte sich, "wie weit wir mit unserer EDV hinter dem Weltstandard hinterher waren." Norbert Kinzel berichtet davon, wie er und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Datenverarbeitung in dieser fordernden Zeit von Kolleginnen und Kollegen aus den alten Bundesländern geduldig und gut eingearbeitet wurden. Aus der Fertigung wäre ihm aber auch ein anderes, überheblicheres Auftreten von neuen Kollegen aus dem Westen berichtet worden. 

Nach der Privatisierung durch die Treuhandanstalt wurde die Bremer Vulkan Eigentümer. Auch für Norbert Kinzel war der folgende Kampf gegen Veruntreuung von Fördermitteln und um den Erhalt der Arbeitsplätze prägend. Doch mit den wechselnden Besitzverhältnissen ging die Zahl der Beschäftigten ständig zurück. Bei Insolvenz der MV-Werften (Genting) Anfang 2022 arbeiteten in Stralsund noch 259 Beschäftigte und 38 Auszubildende auf der Werft. Mitte der achtziger Jahre waren es rund 8.400 Beschäftigte. 

"Ich möchte keinen Tag auf dieser Werft missen."