Meldung vom 15.09.2018

Ausstellungseröffnung: Meisterwerk der Kartografie - Die Lubinsche Pommernkarte von 1618

Ab dem 29. September bietet das STRALSUND MUSEUM seinen Gästen eine Sonderausstellung an, in der die Lubinsche Karte von 1618 im Fokus steht.

Diese Karte war bis zum 18. Jahrhundert die Grundlage für alle gedruckten Landkarten Pommerns. Bis heute ist sie von großer historischer und künstlerischer Bedeutung.

Schöpfer dieser ersten vollständigen Karte des Herzogtums Pommern war der an der Rostocker Universität lehrende Eilhard Lubin. Er gehörte zu seinen Lebzeiten (1565 bis 1621) zu den bekanntesten Gelehrten und setze sich mit der Lubinschen Karte als seinem wichtigsten und umfangreichsten Werk selbst ein Denkmal. Eilhard Lubin gilt heute als ein bedeutender Geograph des 17. Jahrhunderts.

Sein erstes kartografisches Werk war die Landkarte der Insel Rügen, die als Kupferstich von Jodocus Hondius 1609 im Atlas von Mercator und Hondius „L'Atlas ou Mediationes cosmographiques“ erschien. Lubin widmete sie seinem Förderer dem Herzog Philipp Julius von Pommern - Wolgast.

Beim Herzog Philipp II. von Pommern - Stettin fand die Karte ebenso Anerkennung. Er gab 1610 Lubin schließlich den Auftrag, eine Karte für das gesamten Herzogtums Pommern zu erstellen. Nach umfangreichen Vorarbeiten durchreiste dieser von August bis Oktober 1612 Pommern und führte die notwendigen Landvermessungen durch. Der 1614 gefasste Beschluss, die Karte mit den Ansichten der Städte, den Wappen der adligen Familien und den Porträts der damals lebenden Herzöge zu ergänzen, erhöhte den Aufwand für das Kartenwerk beträchtlich. Schließlich kamen noch ein Stammbaum des Greifenhauses und eine landeskundliche Beschreibung des Herzogtums dazu.

Der Kupferstecher Nikolaus Geelkercken gravierte die Karte in Amsterdam auf 12 Kupferplatten. Die gedruckten Blätter wurden zu einer Karte im Format 1,25 × 2,21 Meter zusammengefügt. Im November 1618, einige Monate nach dem Tod Philipps II., konnte Lubin die ersten Exemplare in Wolgast an Philipp Julius überreichen.

Die Ausstellung, in der außerdem zeitgenössische Messinstrumente, Literatur, Münzen und Medaillen gezeigt werden, ist in der Kleinen Kojengalerie im Katharinenkloster bis zum 27. Januar des kommenden Jahres zu sehen.
Zur Eröffnung am 28. September um 18 Uhr lädt das Museum herzlich ein.