Meldung vom 12.01.2018

Ausstellungseröffnung im STRALSUND MUSEUM: Museum als Leidenschaft

Am 19. Januar lädt das STRALSUND MUSEUM um 18 Uhr zur Eröffnung einer Sonderausstellung in das Katharinenkloster ein.

Mit ihr werden die Person Rudolf Baier und seine Verdienste für die Hansestadt gewürdigt. 2018 jährt sich der Geburtstag des ersten Stralsunder Museumsdirektors zum 200. Mal.

Rudolf Baier erblickte am 4. Februar 1818 in Kampe auf Rügen als Sohn eines Gutspächters das Licht der Welt. Bereits in seinem Elternhaus wurde ihm das Interesse an Altertümern aber auch an Sagen und Märchen seiner Heimat mit auf den Weg gegeben. Nachdem seine Familie 1827 in Stralsund ansässig wurde, besuchte der inzwischen Neunjährige das im Katharinenkloster ansässige Gymnasium. Hier bekam er zehn Jahre später sein Reifezeugnis.
Anfangs begann Rudolf Baier an der Greifswalder Universität Theologie zu studieren, wechselte jedoch alsbald zur Philologie und setzte sein Studium erst in Leipzig, später in Berlin fort. Hier nutzte er nicht nur intensiv die Königliche Bibliothek, um sich zeitgenössischer Literatur, Reiseerzählungen und völkerkundlichen Berichten zu widmen, sondern er machte auch die Bekanntschaft von Bettina von Arnim.
Ohne sein Studium zu beenden, begann Rudolf Baier, sie bei der Neufassung des „Knaben Wunderhorn“, herausgegeben von ihrem bereits verstorbenen Mann Achim von Arnim, zu unterstützen. Diese Zusammenarbeit währte drei Jahre, in denen er zwei von vier geplanten Büchern fertigstellte.
1846 kehrte Baier nach Stralsund zurück. Wieder Zuhause, arbeitete er anfangs als Korrespondent für lokale Zeitungen und als Lehrer an Privatschulen. Dank seines großen historischen Interesses verfolgte er aufmerksam Berichte von immer wieder vorkommenden altertümlichen Bodenfunden, speziell auf Rügen. Als Rudolf Baier vom Verkauf einer für die Region bedeutsamen Privatsammlung ins Ausland erfuhr, startete er mehrfach Aufrufe in der Stralsundischen Zeitung zur Einrichtung eines Museums. Mit Gleichgesinnten gründete er 1858 schließlich einen Museumsverein. Bereits ein Jahr später öffnete im Rathaus das "Provinzialmuseum für Neuvorpommern und Rügen" seine Türen. Rudolf Baier wurde dessen erster Direktor und blieb es bis ans Lebensende im Jahre 1907.

Seinem unermüdlichen Wirken verdankt Stralsund nicht nur das älteste kulturhistorische Museum Mecklenburg-Vorpommerns, das heutige STRALSUND MUSEUM, ihm verdankt die Hansestadt auch einen Museumsschatz von internationalem Rang. Schließlich war es Rudolf Baier, der dafür Sorge getragen hat, dass die 16 auf Hiddensee gefundenen Schmuckstücke aus der Wikingerzeit – bekannt als das legendäre WIKINGERGOLD - ins Museum kamen, wo sie das Highlight der Schausammlung in der völlig neu konzipierten Ausstellung sind.